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Theoretische Ausbildung

Theoretische Ausbildung

ERSTE PHASE

Die erste Ausbildungsphase dauert vom 1. Februar des Jahres der Immatrikulation in die Schule bis zum 31. Oktober desselben Jahres. Vom 1. Juli bis 31. Oktober werden die Studierenden des Verwaltungsrechts in zwei Klassen eingeteilt. Die eine umfasst Studenten, die zu Justizbeamten auf Probe des Staatsrates und der ordentlichen Verwaltungsgerichte ernannt werden möchten, und die andere Studenten, die zu Referenten auf Probe des Rechnungshofs und des Staatlichen Generalausschusses des Rechnungshofs ernannt werden möchten. Ebenso betrifft der gleiche Zeitraum auch die Studierenden der Fachrichtungen Zivil- und Strafjustiz und Amtsrichter. Dagegen ist für die Fachrichtung der Staatsanwälte das Studium vom 1. Februar bis zum 31. Oktober einheitlich

Der Unterricht zielt in erster Linie auf Folgendes ab: a) die Willensfreiheit der Justizbeamten zu kultivieren und die Notwendigkeit des Festhaltens an den Grundprinzipien des Staates hervorzuheben, b) Methodik bei der Aktenbearbeitung, c) Abfassung von Referaten oder Urteilsentwürfen oder Verfügungen von einstweiligem gerichtlichen Schutz oder Anklageschriften oder schriftlichen Anträgen bei Gerichtsräten oder Beschlüssen oder Anordnungen, d) Teilnahme an fiktiven Prozessen mit der Bearbeitung realer Fälle und Behandlung von auftretenden Problemen im Gerichtssaal, e) Teilnahme an virtuellen Konferenzen mit Analyse und Vertiefung in Fälle, die die Rechtsprechung beschäftigt haben oder diskutiert wurden, aber die entsprechende Konferenz noch ansteht, f) in Bereichen, in denen es in den letzten Jahren zu wesentlichen Änderungen in Gesetzgebung und Rechtsprechung gekommen ist, g) in praktischen Angelegenheiten im Zusammenhang mit der Erfüllung ihrer Aufgaben, wie z.B. Zeitmanagement bei der Bearbeitung der Fälle, Verhalten gegenüber Kollegen, Justizbeamten, Rechtsanwälten und Prozessparteien, h) die Schaffung von Arbeitsgruppen und die Zuweisung von Rollen an sie (Workshops) und i) Themen der Informations- und Kommunikationstechnologie, einschließlich Fragen der künstlichen Intelligenz, die im Zusammenhang zur Rechtswissenschaft stehen.

Der Unterricht wird auch mit pädagogischen Besuchen in Gerichtssälen mit der Beobachtung von Prozessen oder Konferenzen, mit Seminaren, Tagungen oder Vorträgen kombiniert.

Die Auszubildenden werden in der ersten Ausbildungsphase von sieben (7) Hauptlehrkräften, die jeweils mindestens zehn (10) Unterrichtstage haben, in Bezug auf wissenschaftliche Kenntnisse, Analyse- und Synthesefähigkeit, Sprachgewandtheit, Fähigkeit bei der Formulierung von Gedankengängen, Argumentationen und Schlussfolgerungen, Fleiß, Engagement, Arbeitseifer, Ethik und Verhalten benotet, wie diese Merkmale aus ihrer allgemeinen Teilnahme am Ausbildungsprozess hervorgehen. Die Bewertungsskala reicht von null (0) bis fünfzehn (15). Die Gesamtdurchschnittsnote setzt sich aus dem Durchschnitt der einzelnen Noten der sieben (7) Hauptlehrkräfte zusammen. Auszubildende mit einer Gesamtdurchschnittsnote von mindestens acht (8) gelten als erfolgreich, sofern sie in mindestens vier (4) der bewerteten Lehrveranstaltungen nicht schlechter als acht (8) bewertet wurden.

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ABSCHLUSSPRÜFUNGEN

Vom 8. bis 18. November stellen sich die Auszubildenden, die in der ersten Ausbildungsphase eine Gesamtdurchschnittsnote von mindestens acht (8) erreicht haben, vor einem dreiköpfigen Ausschuss den Abschlussprüfungen, die nur eine schriftliche Prüfung beinhalten. Die schriftliche Prüfung umfasst drei Prüfungen zu praktischen Themen pro Fachrichtung und Klasse in den Fällen, wo getrennte Klassen innerhalb der gleichen Fachrichtung tätig sind, wie folgt:

Für die Auszubildenden der Fachrichtung Verwaltungsjustiz: a)Für die Klasse, welche die Besetzung von Stellen des Staatsrates und der ordentlichen Verwaltungsgerichte betrifft, werden Prozessakten mit identifizierten Fragestellungen mit den folgenden Schwerpunkten ausgewählt: i) Verfassungsrecht, ii) Verwaltungsrecht und iii) Recht der Verwaltungsstreitigkeiten. b) Für die Klasse, welche die Besetzung von Positionen des Rechnungshofs und des Staatlichen Generalausschusses des Rechnungshofs betrifft, werden Prozessakten mit identifizierten Fragestellungen mit den folgenden Schwerpunkten ausgewählt: i) Verfassungsrecht bei Themen der Zuständigkeit des Rechnungshofes, ii) Finanzrecht und iii) Recht der Verwaltungsstreitigkeiten, die unter die Zuständigkeit des Rechnungshofes fallen.

Für die Auszubildenden der Fachrichtung Zivil- und Strafjustiz: Prozessakten mit identifizierten Fragestellungen mit den folgenden Schwerpunkten: a) Zivilrecht, Handelsrecht und Zivilverfahrensrecht, b) Zivilrecht und Zivilprozessrecht oder eine Kombination aus dem ersten und dem zweiten, und c) Strafrecht im Rahmen des Strafgesetzbuches und der speziellen Strafgesetze und Strafprozessrecht oder eine Kombination davon, und alle obigen auch in Verbindung mit dem Europarecht.

Für die Auszubildenden der Fachrichtung Staatsanwälte: Prozessakten mit identifizierten Fragestellungen mit den folgenden Schwerpunkten: a) Strafrecht im Rahmen des Strafgesetzbuches und der speziellen Strafgesetze, b) Strafprozessrecht oder eine Kombination aus dem ersten und dem zweiten, und c) europäisches Strafrecht.

Für die Auszubildenden der Fachrichtung Amtsrichter: Prozessakten mit identifizierten Fragestellungen mit den folgenden Schwerpunkten: a) Zivilrecht, Handelsrecht und Zivilverfahrensrecht, b) Zivilrecht und Zivilprozessrecht oder eine Kombination aus dem ersten und dem zweiten, und c) Strafrecht und im Strafverfahrensrecht.

Der Durchschnitt der Noten in den oben genannten thematischen Einheiten jeder Fachrichtung bildet die Gesamtnote der schriftlichen Abschlussprüfungen der Auszubildenden. Als erfolgreich gilt, wer eine Gesamtnote von mindestens acht (8) erreicht hat. Dezimalstellen über das Hundertstel hinaus werden nicht berücksichtigt.

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LISTE DER ERFOLGREICHEN ABSOLVENTEN

Die Erfolgsreihenfolge in den Listen der erfolgreichen Absolventen wird basierend auf der Einbeziehung der von jedem Auszubildenden erhaltenen Noten bestimmt:

a) Bei den Aufnahmeprüfungen an die Schule mit einem Gewichtungsfaktor von drei Zehnteln (30%)

b) Während der ersten Ausbildungsphase die Durchschnittsnote der im Unterricht erhaltenen Noten mit einem Gewichtungsfaktor von drei Zehnteln (30%) und

c) während der Abschlussprüfungen mit einem Gewichtungsfaktor von vier Zehnteln (40%). Jede Note wird mit dem entsprechenden Gewichtungsfaktor multipliziert und die Summe der resultierenden Noten wird durch die Summe der Gewichtungsfaktoren dividiert.

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AUFTEILUNG IN KLASSEN

Die Auszubildenden aus der Fachrichtung Verwaltungsjustiz, die in die Erfolgslisten aufgenommen werden, werden anhand ihrer Erfolgsreihenfolge und der von ihnen gegenüber der Schule abgegebenen Präferenzerklärung in Klassen nach den Zweigen der Justizbeamten eingeteilt, für die der Aufnahmewettbewerb ausgeschrieben worden war, und den entsprechenden organischen Stellen, die wie folgt zu besetzen sind:

a. Referentenanwärter auf Probe des Staatsrates,

b. Assessorenanwärter für das Verwaltungsgericht erster Instanz,

c. Referentenanwärter auf Probe des Rechnungshofs, und

d. Referentenanwärter auf Probe des Staatlichen Generalausschusses des Rechnungshofes.