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Praktische Ausbildung

Praktische Ausbildung

ZWEITE PHASE

Die zweite Ausbildungsphase umfasst das Praktikum in den Gerichten und dauert vom 24. November des Jahres der Immatrikulation in die Schule bis zum 31. Mai des Folgejahres. Sie wird für diejenigen, welche die Klassen für Referentenanwärter auf Probe des Staatsrates, des Rechnungshofes und des Staatlichen Generalausschusses des Staatsrechnungshofes gewählt haben, jeweils in diesen Gerichten abgehalten, und für die anderen in Thessaloniki bei Gerichten erster Instanz aller Zweige und bei der entsprechenden Staatsanwaltschaft.

Während des Praktikums werden jedem Ausbilder von den Supervisoren-Justizbeamten bis zu fünf (5) Auszubildende zugeteilt, die sich während des Praktikums so abwechseln, dass alle Ausbilder die Verantwortung für alle Auszubildenden tragen und die Auszubildenden in mehrere Themenbereiche eingearbeitet werden.

Die Auszubildenden bearbeiten Fälle unter Anleitung von Justizbeamten (Supervisoren und Ausbildern), die sie ihnen übertragen, erstellen Referate oder Entwürfe von Gerichtsurteilen oder staatsanwaltliche Plädoyere oder staatsanwaltliche Anordnungen oder Anklageschriften oder Beschlüsse. Wenn sie beigeladen werden, sind sie während des Ermittlungsverfahrens oder der Vernehmung anwesend und nehmen ohne Rede- oder Stimmrecht an den Sitzungen der Gerichte während der Verhandlung von Rechtssachen im Gerichtssaal und an Konferenzen teil, ohne dass ihre Teilnahme in den Berichten, Protokollen oder Urteilen festgehalten wird. Darüber hinaus finden in regelmäßigen Zeitabständen Informations- und Bildungsveranstaltungen statt, an denen die Teilnahme der Praktikumsverantwortlichen verpflichtend ist. Häufigkeit, Ort und Zeit dieser Treffen werden jeweils vom Supervisor festgelegt.

Die Leistungen der Auszubildenden während des Praktikums werden von den für ihr Praktikum verantwortlichen Justizbeamten anhand folgender Kriterien bewertet: a) ihre Moral, ihr Verhalten und ihre allgemeine Anwesenheit vor Gericht, b) ihr Arbeitseifer und ihre Sorgfalt, c) ihre wissenschaftliche Ausbildung, d) ihre Kooperation mit den Ausbildern und anderen Justizbeamten, e) ihre Fähigkeit, eine Prozessakte und die Argumente zu bearbeiten, die sie auf den Konferenzen, an denen sie teilnehmen, vorbringen, und f) ihre Fähigkeit, Referate oder Entwürfe von Gerichtsurteilen oder staatsanwaltliche Plädoyere oder staatsanwaltliche Anordnungen oder Anklageschriften oder Beschlüsse zu schreiben.

Die endgültige Platzierung jedes Auszubildenden in der Praktikumsphase ergibt sich aus der Summe der Zuschläge entsprechend den Platzierungen aller Ausbilder wie folgt: a) der Gruppe 1 entspricht ein Zuschlag von 1,2, b) der Gruppe 2 entspricht ein Zuschlag von 1,15, c ) der Gruppe 3 entspricht ein Zuschlag von 1,1 und d) der Gruppe 4 entspricht ein Zuschlag von 1. Diejenigen Auszubildenden, die in Gruppe 5 eingestuft werden, gelten als durchgefallen und wiederholen die Praktikumsphase mit der unmittelbar nächsten Ausbildungsreihe. Wenn sie wiederum nicht bestehen, werden sie von der Schule exmatrikuliert.

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DIENSTALTERSLISTEN

Die Abschlussnote, die jeder Auszubildende erhält, und auf deren Grundlage seine Einstufung in die jeweiligen Dienstalterslisten bestimmt wird, ergibt sich aus der Berücksichtigung seiner/ihrer Noten: a) Bei den Aufnahmeprüfungen für die Schule mit einem Gewichtungsfaktor von drei Zehnteln (0,3), b1) Während der ersten Teilphase der ersten Ausbildungsphase mit einem Gewichtsfaktor von einem Zehntel (0,1), b2) Während der zweiten Teilphase der ersten Ausbildungsphase mit einem Gewichtungsfaktor von zwei Zehnteln (0,2), und b3) insgesamt die erste Ausbildungsphase mit einem Gewichtungsfaktor von drei Zehnteln (0,3), und c) die Note bei den Abschlussprüfungen mit einem Gewichtungsfaktor von vier Zehnteln (0,4). Jede Note wird mit dem entsprechenden Gewichtungsfaktor multipliziert und die Summe wird durch die Summe der Gewichtungsfaktoren dividiert. Unter den Auszubildenden mit gleicher Abschlussnote hat derjenige Vorrang, der beim Aufnahmewettbewerb der Schule die höhere Note erhalten hatte.
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BEURTEILUNG VON ETHIK UND VERHALTEN – PSYCHIATRISCHE ABKLÄRUNG

Nach Abschluss auch der zweiten Ausbildungsphase wird spätestens am 5. Juni des auf die Immatrikulation in die Schule folgenden Jahres in einer speziellen Sitzung des Studienausschusses festgestellt, ob die erfolgreichen Auszubildenden für geeignet angesehen werden, die Aufgaben des Justizbeamten auszuüben, die ihnen übertragen werden sollen. Dieses Urteil kann nur dann negativ ausfallen, wenn durch eine speziell begründete Entscheidung festgestellt wird, dass der Ausbildende nicht über die angemessene richterliche Ethik verfügt oder dass er Verhaltensauffälligkeiten zeigt, die entweder seine Zusammenarbeit mit Kollegen und den anderen Justizbeamten erschweren oder sein persönliches Ansehen oder das Ansehen der Justiz irreparabel schädigen. Für die oben genannten Feststellungen wird während der ersten Ausbildungsphase sowie auch während der zweiten Ausbildungsphase eine psychiatrische Abklärung, die einen schriftlichen und mündlichen psychometrischen Test umfasst, durch eine dreiköpfige Kommission durchgeführt, die aus einem Chefarzt und zwei Oberärzten 1. oder 2. Grades einer Psychiatrischen Abteilung eines staatlichen oder Universitätskrankenhauses besteht.
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VERLÄNGERUNG DES PRAKTIKUMS

Nach Abschluss der Ausbildungsphasen und der Erstellung der Dienstaltersliste jedes Zweigs wird das Praktikum der Ausbildenden bei den gleichen Gerichten oder der zuständigen Staatsanwaltschaft bis zur Veröffentlichung des Präsidialdekrets verlängert, mit dem sie in eine organische Position als Justizbeamter auf Probe eingesetzt werden. Während der Verlängerung üben die Auszubildenden die gleichen Tätigkeiten aus, stehen unter der gleichen Aufsicht und erhalten von der Schule die gleichen Gehälter wie während der Ausbildung.